Messdaten
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Neubau der Staatlichen Realschule mit Dreifach- und Einfachsporthalle in Memmingen
demo-best_memmingen Adresse: Schlachthofstraße 34, 87700 Memmingen
Bauherr: Stadt Memmingen
Antragsteller: Stadt Memmingen
Ansprechpartner: Hans Guggenberger,
Leiter des städtischen Hochbau- und Bauordnungsamtes

 

 

Projektbeschreibung

 

Allgemeine Daten [1, 2]
Projektadresse Staatliche Realschule Memmingen
Schlachthofstraße 34
87700 Memmingen
Deutschland
Baujahr 2008 - 2010
Anzahl der
Sch√ľler
355
Anzahl der
Klassenzimmer
24 Klassenzimmer,
16 Werkräume
(inkl. Zeichensaal und Lehrk√ľche)
b01_ansicht-west
West-Ansicht des Schulgebäudes

 

Schulgebäude Sporthalle
Bruttogeschossfläche 9.393 m² 2.923 m²
Nettogrundfläche 8.067 m² 3.434 m²
Beheizte Nettogrundfläche
(EBF - Energiebezugsfläche)
7.845 m² 3.381 m²
Beheiztes Gebäudevolumen 29.874 m³ 25.032 m³
A/V 0,35 1/m 0,32 1/m

Projekt√ľbersicht
Auf dem Gelände des ehemaligen Schlacht- und Viehhofs in Memmingen sollte eine große Bildungs- und Sporteinrichtung entstehen.
F√ľr den Neubau der Staatlichen Realschule wurde deswegen im Jahre 2007 ein Realisierungswettbewerb durchgef√ľhrt. In den Auslobungsunterlagen legte die Stadt gro√üen Wert auf eine nachhaltige Bauweise und beauftragte das Fraunhofer IBP mit der Erstellung des Energiekonzeptes, der Beratung der Planer und Ausf√ľhrenden, sowie der Begleitung der baulichen Umsetzung der Energiesparma√ünahmen. Im Rahmen dieses Auftrages wurde vom IBP vorgeschlagen, das energetische Niveau eines KfW-40-Hauses anzustreben. Dieses Anforderungsniveau gibt einen maximalen Prim√§renergiebedarf f√ľr die Beheizung, Trinkwarmwassererw√§rmung und L√ľftung (einschlie√ülich der elektrischen Hilfsenergien) von 40 kWh/m¬≤a vor.

Umgesetzte Maßnahmen
Zum Erreichen des angestrebten KfW-40- Standards wurden die folgenden Maßnahmen umgesetzt:
- hochwertiger W√§rmeschutz der H√ľllfl√§chenbauteile mit minimierten W√§rmebr√ľcken
- Einsatz effizienter Anlagentechnik

 

Lage [3]

b02_lage_memmingen
Standort der Schule in Deutschland
Breitengrad 47,93 ¬įN
L√§ngengrad 10,13 ¬įO
H√∂henlage 610 m √ľber NN
Mittlere Jahrestemperatur 7,8 ¬įC
Mittlere Wintertemperatur (Oktober - April) 2,8 ¬įC
Klima - Beschreibung Klimazone TRY:
13 Passau
Gebäudetyp / Baujahr
Gebäudetyp Baujahr
vor 1910 1910-1930 1930-1950 1950-1970 1970-1990 nach 1990
Dorfschule
Mehrgeschossige
Schule
Mittelflur-Schule
Seitenflur-Schule
Pavillon-Schule
Hallen-Schule X
Zentral-Schule
Kammform-Schule
Offenes-Konzept-Schule
Cluster-Schule

 

Gebäude
b03_lageplan b04_modellfoto

Lageplan und Modellfoto mit Staatlicher Realschule, dem Sporthallengebäude und der späteren Städtischen Realschule


Das Baugebiet, auf dem die Staatliche Realschule und die Sporthalle realisiert wurden, liegt nord√∂stlich der Altstadt an der Schlachthofstra√üe. Seit der Stilllegung des Schlachthofes und bis zum Bau der Realschule wurde diese Fl√§che als Lager- und Abstellfl√§che genutzt. S√ľdlich der Staatlichen Realschule soll k√ľnftig noch eine St√§dtische Realschule auf dem Grundst√ľck gebaut werden.

Den Schulen sind jeweils eigene Pausenfl√§chen zugeordnet, gegliedert in einen ruhigen Hof, einen √ľberdachten Bereich und offene Bewegungsfl√§chen. Entlang der Bahnlinie schlie√üt ein Band mit Sporteinrichtungen die Au√üenr√§ume ab. Dadurch wird das Gel√§nde unterteilt in einen √∂ffentlichen Platz entlang der Stra√üe und einen weiteren Platz, der sich als Campus zwischen den Schulgeb√§uden ausbildet.
b05a_schule-grd-eg
Erdgeschoss- und ...
b05b_schule-grd-og
... Obergeschoss-Grundriss des Schulgebäudes


Die Staatliche Realschule selbst ist ein kompaktes Schulhaus mit kurzen Wegen und klarer Konzeption. Das Geb√§ude mit den Au√üenma√üen von 66 x 49 m setzt sich zusammen aus Erdgeschoss, zwei Obergeschossen und einem Untergeschoss. Im Zentrum befindet sich eine gro√üe Freifl√§che, die als Pausenhof genutzt werden kann. Der Hof wird in drei Richtungen durch das Erdgeschoss begrenzt, auf der Ostseite allerdings fehlt der Verbindungsschenkel, wodurch der Pausenhof hier √ľber das eigentliche Geb√§ude hinausgef√ľhrt und eine r√§umliche Verbindung zur Sporthalle hergestellt wird.

b06_innenhof
Blick aus dem Geb√§udeinnenhof √ľber die Pausenfreifl√§che zur Sporthalle im Hintergrund
b07_pausenhalle
Die Pausenhalle der Staatlichen Realschule


Der Eingang ist nach S√ľden orientiert, von wo aus man direkt in die Pausenhalle gelangt.

Zur Ausbildung dieser st√ľtzenfreien Halle wurde die dar√ľberliegende Wand im 1. und 2. Obergeschoss als wandartiger Tr√§ger hergestellt, der 25 Meter √ľberspannt.
b08_treppenraum
Die Haupttreppe von der Pausen-
halle bis in das 2. Obergeschoss
Von der Pausenhalle geht die gro√üz√ľgige Haupttreppe ab, die als Ort der Begegnung und Kommunikation das funktionale und symbolische Herzst√ľck der Schule ausbildet. Von dort erreicht man die Unterrichtsr√§ume in den Obergeschossen, die ringf√∂rmig um den Innenhof herum verlaufen.

Der obere Geb√§udeabschluss erfolgt durch ein extensiv begr√ľntes Flachdach.
b09_sporthalle-grd
Erdgeschoss-Grundriss der Sporthalle


Das Sporthallengeb√§ude, das √∂stlich des Schulgeb√§udes steht, umfasst insgesamt vier Bereiche, die √ľber 56 Lichtkuppeln mit Tageslicht versorgt werden. Im westlichen Geb√§udeteil erstrecken sich √ľber 2 Geschosse die Umkleide- und Sanit√§rr√§ume. Dieser Teil des Geb√§udes ist unterkellert

Die Rohbauten wurden in kurzer Zeit mit einem hohen Anteil von Fertig- und Halbfertigteilen errichtet. Die Montagetechnologie wurde dabei st√§ndig weiterentwickelt, um die winterbedingten Verz√ľge so gering wie m√∂glich zu halten.
Die tragende Konstruktion der beiden Geb√§ude ist ein Stahlbetonskelett mit St√ľtzen und Plattenbalkendecken. Im Inneren sind die Trennw√§nde nicht tragend und in Trockenbauweise ausgef√ľhrt.

 

Energieeinsparung

Konzept

Bereits in der Aufgabenstellung des ausgelobten Wettbewerbs wurde ausdr√ľcklich darauf verwiesen, dass der W√§rmeschutz und das Energieeinsparkonzept f√ľr den Neubau so zu bemessen sind, dass der entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) zul√§ssige Heizw√§rmebedarf deutlich unterschritten wird. Ebenso sollten in den Entw√ľrfen bereits erste Vorschl√§ge zur Verwendung alternativer Energiequellen aufgezeigt werden.
Aufgrund dieser Festlegung beauftragte vor Beginn der weiteren Planung die Bauherrschaft das Fraunhofer IBP mit der Erstellung des Energiekonzepts und der Beratung der Planer und Ausf√ľhrenden.
Im Rahmen dieses Auftrags wurde vom IBP vorgeschlagen, f√ľr das Geb√§ude das energetische Niveau eines KfW-40-Hauses anzustreben, was bis 2009 von der Kreditanstalt f√ľr Wiederaufbau (KfW) f√ľr die finanzielle F√∂rderung besonders energiesparender Wohngeb√§ude vorgeschrieben war, und was nun auch als Ma√ügabe auf den Nichtwohngeb√§ude-Bereich ausgeweitet werden sollte.
KfW-40 bedeutet die Einhaltung eines maximalen Prim√§renergiebedarfs von 40 kWh/m¬≤a f√ľr die Beheizung, Trinkwarmwassererw√§rmung und L√ľftung (einschlie√ülich der elektrischen Hilfsenergien).
Ein derart ehrgeiziges Ziel kann nur erreicht werden durch die Einhaltung hoher Anforderungen, einerseits an den Geb√§udeentwurf sowie an die Anlagentechnik zur Beheizung, Beleuchtung und Bel√ľftung des Geb√§udes.


Geb√§udeh√ľllfl√§chen

 

Die Au√üenwand ist eine mehrschichtige Sichtbeton-Fassade aus Fertigteilen. Sie ist aufgebaut aus einer 30 cm dicken Betonwand mit 20 cm dicker W√§rmed√§mmung und einer au√üen aufgebrachten, hinterl√ľfteten Verkleidung aus Betonfertigteilen bzw. Aluminiumtafeln.
Die Befestigung der D√§mmplatten auf der Betonkonstruktion erfolgte mit einer sogenannten Ein-D√ľbel-Montage, wobei jede Platte mit nur einem D√ľbel (gr√∂√üere Platten mit zwei D√ľbeln) an der Unterkonstruktion gehalten wird.
b10_daemmanschluss
Anschluss der Außendämmung an die Perimeter-
d√§mmung in D√ľbel-Montage


Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen
Bauteil Schulgebäude Sporthalle
U-Wert [W/m²K] Beschreibung U-Wert [W/m²K]
Außenwand 0,16 30 cm Beton,
20 cm Mineralwolledämmung
hinterl√ľftete Verkleidung
30 cm Beton,
20 cm Mineralwolledämmung
hinterl√ľftete Verkleidung
0,20
Westliche Außenwand:
Aufbau wie Schulgebäude
0,16
Br√ľstung 0,19 30 cm Beton,
3,5 cm Glas-Aluminium-Verbundpaneel
0,19
Fenster 1,05 3-fach-Wärmeschutzverglasung 0,99
Oberlicht 1,20 3-fach-Wärmeschutzverglasung --- ---
Lichtkuppel --- --- Aufsetzkranz,
3-schalig aus Acrylglas
1,45
Dach 0,21 16 cm Beton,
24 cm Dämmung
16 cm Beton,
20 cm Dämmung
0,24
Boden 0,16 50 cm Beton,
14 cm Dämmung
25 cm Beton,
14 cm Dämmung
0,23

Zur Verhinderung des Brand√ľberschlages aus angrenzenden Brandabschnitten werden die dem Innenhof zugewandten Seiten des S√ľd- und Nordfl√ľgels feuerhemmend ausgef√ľhrt.

Die Fenster bestehen aus einer raumhohen W√§rmeschutzverglasung mit Aluminiumrahmen mit geschlossenen Br√ľstungspaneelen. Diese bestehen aus innenseitigem Aluminiumblech, einer Au√üenschale aus Einscheibensicherheitsglas und einem D√§mmkern aus Vakuumd√§mmpaneel.

Nach oben ist das Geb√§ude durch ein extensiv begr√ľntes Flachdach abgeschlossen, das als Umkehrdach ausgebildet ist und durch extrudierte Polystyrolplatten ged√§mmt wird.
Der gesamte Kellerbereich wurde außenseitig mit einer 20 cm starken Perimeterdämmung und unterhalb der Bodenplatte mit einer 14 cm dicken Dämmschicht versehen.

Die thermische Geb√§udeh√ľlle des Sporthallengeb√§udes entspricht der Fassade des Schulgeb√§udes, jedoch mit einer etwas verringerten D√§mmst√§rke (au√üer auf der Westseite).


Anlagentechnik im Schulgebäude

Die gesamte Anlagentechnik des Schulgebäudes ist in der Heizzentrale im Untergeschoss untergebracht.
Die Heizungs- und die L√ľftungsanlage werden mit Hilfe der Geb√§udeleittechnik (GLT) geregelt. Beleuchtung und Jalousien werden durch ein separates EIB-Bussystem gesteuert. Mit diesem werden Systemkomponenten wie die Wetterstation, das Aktormodul zur Bet√§tigung der Jalousie oder zur Regelung der Beleuchtung, der D√§mmerungssensor, der Pr√§senzmelder und weitere Komponenten zu einem einzigen System vernetzt.
Das EIB-Bussystem kann nicht mit der GLT kommunizieren ‚Äď was als Nachteil gesehen wird ‚Äď weil die Daten des EIB-Systems der GLT nicht zur Verf√ľgung stehen.

b11_gasabsorptionspumpen
Gasabsorptionswärmepumpen

Die Wärmeversorgung des Schulgebäudes wird bivalent mit vier Gasabsorptionswärmepumpen und einem Gasbrennwertkessel sichergestellt.

Die Gasabsorptionsw√§rmepumpen sind mit einem Abgasw√§rmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet und weisen beim Betriebspunkt von 10/35 ¬įC jeweils eine Heizleistung von 43,9 kW auf. Als W√§rmequelle dient das Grundwasser, welches aus einem Saugbrunnen entnommen und nach dem W√§rmeentzug einem Schluckbrunnen wieder zugef√ľhrt wird. Zur Speicherung der erzeugten W√§rme dienen ein 900 Liter und ein 700 Liter fassender Pufferspeicher.
Die Abdeckung der Lastspitzen √ľbernimmt der Gas-Brennwertkessel mit einer brennwertoptimierten Ausf√ľhrung im Gegenstromprinzip von Kesselwasser und Heizgas. Die Nenn-W√§rmeleistung bei 50/30 ¬įC betr√§gt 115 kW.
Die W√§rme√ľbertragung im Schulgeb√§ude erfolgt im Wesentlichen √ľber die Fu√übodenheizung, in den Treppenh√§usern wurde jeweils ein Heizk√∂rper im Untergeschoss aufgestellt.

Es ist eine zentrale Einzelraumregelung der Raumtemperatur √ľber die Geb√§udeleittechnik umgesetzt worden. Hier erfolgt √ľber Zeitprogramme (Tagesprofil, Wochenprofil) eine raumweise Vorgabe des Temperatursollwertes. Dazu sind die R√§ume jeweils mit einem Temperaturf√ľhler ausgestattet, √ľber den die Regler die einzelnen Zonenventile der Fu√übodenheizkreise steuern.

Anders als die Klassenr√§ume verf√ľgen Lehrerzimmer und Sekretariat √ľber einen zus√§tzlichen manuell verstellbaren Raumregler.

b12_raumregler
Raumregler

Die Bereitstellung von Warmwasser f√ľr Verteilk√ľche, Lehrk√ľche und die angrenzenden Sanit√§rpl√§tze erfolgt durch einen zentralen Warmwasserbereiter mit innenliegendem W√§rmetauscher und einem Inhalt von 200 Litern, der durch den Gas-Brennwertkessel beheizt wird. Die Warmwasserversorgung in den Putzr√§umen erfolgt durch dezentrale √úbertischspeicher.

Die K√ľhlung der R√§ume, insbesondere des Serverraums, erfolgt durch ein Kaltwassernetz mit einer K√§lteversorgung aus dem Grundwasser. Dieses kann in den bereits im Fu√üboden verlegten Heizungsrohren zirkulieren, so dass auf eine zus√§tzliche K√§ltemaschine verzichtet werden kann. Der K√ľhlkreis ist dabei durch einen W√§rmetauscher vom Grundwasserkreis getrennt.

Zwei RLT-Anlagen dienen der vollst√§ndigen mechanischen Be- und Entl√ľftung des Schulgeb√§udes.
Die Au√üenluft f√ľr die Bel√ľftung des Geb√§udes wird √ľber einen Erdreichw√§rmetauscher angesaugt und somit im Heiz- und K√ľhlfall vorkonditioniert. √úber Warmwasser-Lufterhitzer, versorgt aus dem Pufferspeicher, erfolgt die bedarfsgerechte Temperierung der Zuluft. Ist die Vorkonditionierung der Au√üenluft nicht erforderlich, wird die angesaugte Au√üenluft mit Hilfe von Klappen direkt in das Geb√§ude geleitet.
In jeder L√ľftungszone, welche einen oder mehrere R√§ume umfasst, sind variable Volumenstromregler f√ľr die Zu- und Abluft eingebaut. So k√∂nnen die Volumenstr√∂me automatisch in Abh√§ngigkeit verschiedener Parameter wie Raumluftqualit√§t oder Anzahl der anwesenden Sch√ľler variabel geregelt werden.

b13_zuluft-klassenzimmer
L√ľftungsanlage im Rohbau
. Derzeit sind die R√§ume jedoch nur mit einem Pr√§senzmelder ausgestattet. Sind Personen in mindestens einem der R√§ume einer L√ľftungszone anwesend, wird diese komplett be- und entl√ľftet. Bei Abwesenheit erfolgt in Abh√§ngigkeit vom vorgegebenen Zeitprogramm eine Reduzierung des Volumenstromes um 50 % oder aber die Bel√ľftung dieser Zone wird komplett abgeschaltet.
Die Spezialr√§ume, wie Chemiearbeitsr√§ume, die Lehrk√ľche und der Werkraum, verf√ľgen √ľber eine Abluftanlage, die nach Bedarf √ľber einen Volumenstromregler ausgeschaltet werden kann.
Die erforderliche Zuluft f√ľr die Spezialr√§ume str√∂mt √ľber die Raumluftausl√§sse nach. Die innenliegenden WC-R√§ume werden √ľber einen Dachabluftventilator entl√ľftet.
b14_abluft-werkraum
Abluftanlage in den Werkräumen


Auch die k√ľnstliche Beleuchtung wird bedarfsgerecht √ľber das EIB-System gesteuert. Die Steuerung erfolgt dabei voll- oder halbautomatisch (mit manuellem Einschalten der Beleuchtung).
Die Klassenräume, Lehrzimmer und Sekretariat sind mit Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) als Beleuchtungsmittel ausgestattet.

b15_luft-licht-klassenzimmer
Luftauslass und Beleuchtung
. Derzeit sind die R√§ume jedoch nur mit einem Pr√§senzmelder ausgestattet. Sind Personen in mindestens einem der R√§ume einer L√ľftungszone anwesend, wird diese komplett be- und entl√ľftet. Bei Abwesenheit erfolgt in Abh√§ngigkeit vom vorgegebenen Zeitprogramm eine Reduzierung des Volumenstromes um 50 % oder aber die Bel√ľftung dieser Zone wird komplett abgeschaltet.

In den Sanit√§rr√§umen sind runde Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischen Vorschaltger√§ten als Downlight in der Decke eingebaut. Der Eingangsbereich des Geb√§udes, die Flure und alle Nebenr√§ume verf√ľgen √ľber stabf√∂rmige Leuchtstofflampen unterschiedlicher Leistung je nach Anforderung der Helligkeit.

In einigen Räumen wurden zudem dimmbare Leuchtstofflampen installiert, so dass hier außer der Präsenz- und Helligkeitserfassung auch eine Konstantlichtregelung möglich ist.

Zur Vermeidung einer √úberw√§rmung der gro√üfl√§chig verglasten R√§ume sind diese mit Au√üenjalousien ausgestattet, die in Abh√§ngigkeit von der Sonneneinstrahlung automatisch aktiviert werden. Die gew√§hlten Jalousien erm√∂glichen im geschlossenen Zustand im oberen Drittel eine Lichtumlenkung, wodurch verhindert wird, dass bei geschlossenen Jalousien tags√ľber das Kunstlicht eingeschaltet wird.


. b16_sonnenschutz-klassenzimmer
Klassenraum mit Sonnenschutz

Anlagentechnik in der Sporthalle

In der Sporthalle erfolgt die W√§rmeversorgung durch einen Gas-Brennwertkessel mit einer brennwertoptimierten Ausf√ľhrung im Gegenstromprinzip von Kesselwasser und Heizgas. Die Nenn-W√§rmeleistung bei 50/30 ¬įC betr√§gt 150 kW.
Die W√§rme√ľbertragung in die R√§ume und die vier Sporthallenbereiche leistet die Fu√übodenheizung, in den Treppenh√§usern ist jeweils ein Heizk√∂rper installiert.
Die Versorgung der Sanit√§rr√§ume mit Warmwasser erfolgt √ľber eine solarthermische Anlage bestehend aus zwei Gro√üfl√§chen-Flachkollektoren mit insgesamt 16 m¬≤ Fl√§che und einem Pufferschichtspeicher mit 1.850 Liter Inhalt. Eine eventuell notwendige Nacherw√§rmung auf die gew√ľnschte Warmwasser-Temperatur erfolgt durch den Brennwertkessel.

Zur Bel√ľftung der Sporthalle wurden zwei Zu- und Abluftanlagen mit W√§rmer√ľckgewinnung installiert. Anders als beim Schulgeb√§ude findet hier keine Vorkonditionierung der Au√üenluft statt, die erforderliche Zulufttemperierung nach dem W√§rmer√ľckgewinner √ľbernimmt der Gas-Brennwertkessel.
Die Bel√ľftung der Sporthallen erfolgt √ľber Volumenstromregler f√ľr die vier Hallenbereiche getrennt und in Abh√§ngigkeit der Hallennutzung. Zus√§tzlich verf√ľgt jede Halle √ľber einen CO2-F√ľhler, wodurch der Au√üenluftanteil geregelt wird. Liegen die CO2-Konzentrationen innerhalb eines akzeptablen Bereichs, so wird die Luft nur umgew√§lzt.
Auch in den Umkleideräumen und im Konditionsraum werden die Volumenströme variabel geregelt.
In den Sanit√§rr√§umen erfolgt die Fortluftabf√ľhrung √ľber einen Dachventilator. Die erforderliche Zuluft str√∂mt √ľber Zuluftausl√§sse nach.

b17_beleuchtung-sporthalle
Sporthalle mit Deckenbeleuchtung

Wie das Schulgeb√§ude verf√ľgt auch das Sporthallengeb√§ude √ľber ein EIB-System, mit welchem die Beleuchtung teilweise √ľber Pr√§senzmelder und/oder zentral geregelt werden kann. Ein manuelles Schalten der Beleuchtung ist ebenfalls jederzeit m√∂glich.
Die Sporthallen sind mit mehreren Leuchtstofflampen mit elektronischen Vorschaltger√§ten ausgestattet, die somit f√ľr eine gleichm√§√üige Beleuchtung der Hallen sorgen.

Die Sanit√§r- und Umkleider√§ume verf√ľgen √ľber mehrere in die Decke eingebaute Downlights mit runden Kompaktleuchtstoffr√∂hren. Im Eingangbereich, im Flur und in allen weiteren Nebenr√§umen sind stabf√∂rmige Leuchtstofflampen mit elektronischen Vorschaltger√§ten installiert.

 

Energieverbrauch

Die energetische Bewertung erfolgte nach dem in DIN V 18599 angegebenen Berechnungsverfahren.
Der Prim√§renergiebedarf f√ľr die Beheizung und Bel√ľftung des Schulgeb√§udes liegt bei 44,4 kWh/m¬≤a, nicht ber√ľcksichtigt ist hier der Bedarf f√ľr das Trinkwarmwasser, da dieser Wert aufgrund der geringen Menge eine untergeordnete Rolle spielt.
Der erzielte Wert liegt damit geringf√ľgig √ľber dem angestrebten Ziel von 40 kWh/m¬≤a (KfW-40-Haus). Diese √úberschreitung ergab sich im Laufe der Planung und Bauausf√ľhrung, da an einigen Stellen die konsequente Einhaltung der Vorgaben zu einer erheblichen Erh√∂hung der Baukosten gef√ľhrt h√§tte.
Dennoch bleibt das Geb√§ude deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben: Nach der zum Zeitpunkt der Planung g√ľltigen Energieeinsparverordnung 2007 h√§tte das Schulgeb√§ude einen Gesamtprim√§renergiebedarf von 132,1 kWh/m¬≤a aufweisen d√ľrfen.
Der zul√§ssige Gesamtprim√§renergiebedarf eines Passivhauses liegt bei 120 kWh/m¬≤a, allerdings sind hier neben dem Beleuchtungs- und Anlagenstromverbrauch auch die √ľbrigen Stromverbr√§uche f√ľr die elektronische Ausstattung wie PC, Drucker, Kopierer usw. enthalten.

Aufteilung der spezifischen Bedarfswerte
bezogen auf die beheizte Nettogrundfläche [1]
Schulgebäude Sporthalle
Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a] Endenergie [kWh/m²a] Primärenergie [kWh/m²a]
Heizung 49,5 36,8 79,0 79,4
Trinkwarmwasser 0,0 0,0 10,2 10,4
L√ľftung 2,8 7,6 12,3 33,1
Beleuchtung 4,3 11,5 16,5 44,7
Gesamt 56,6 55,9 118,0 167,6

 

Kosten

Insgesamt belaufen sich die entstanden Kosten f√ľr den Bau (KG 300) der Realschule auf 10,2 Mio. Euro, f√ľr die Sporthalle wurden 5,4 Mio. Euro aufgewendet. Die Gesamtkosten f√ľr Schule, Sporthallen, Einrichtung, Au√üenanlagen und Nebenkosten betragen ca. 29 Mio. Euro.

Aufteilung der Baukosten und spezifischen Baukosten [1] bezogen auf die beheizte Nettogrundfläche
Position Kosten [EUR/m²]
Schulgebäude Sporthalle
Baukonstruktion - KG 300 1.267 1.571
Technische Anlagen - KG 400 369 359
Summe 1.636 1.930

 

 

Fazit

Beim Neubau der staatlichen Realschule in Memmingen wurde auf eine hochged√§mmte Geb√§udeh√ľlle mit minimierten W√§rmebr√ľcken und den Einsatz effizienter Anlagentechnik geachtet.
So ist ein modernes Schulgeb√§ude entstanden, das mit einem Gesamt-Prim√§renergiebedarf von 56,0 kWh/m¬≤a die bei der Planung g√ľltigen, gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung 2007 von 132,1 kWh/m¬≤a deutlich unterbietet.

Die staatliche Realschule in Memmingen ist damit ein weiterer Leuchtturm im Bereich der energieeffizienten Schule. Die Stadt selbst wurde von der Bayerischen Architektenkammer "f√ľr die Wahrnehmung baukultureller Verantwortung" und "Verdienste um das Wettbewerbswesen in den vergangenen Jahrzehnten" mit dem "Ausloberpreis 2010" gew√ľrdigt.

 

Zusätzliche Informationen

Literatur, Quellenangaben
[1] Rei√ü, J../ Lyslow, L.: Entwicklung eines innovativen Energiekonzepts f√ľr die Staatliche Realschule mit Sporthalle in Memmingen. IBP-Bericht WB 149/2010
[2] Stadt Memmingen / Schulz & Schulz: stars mm. Realschule mit Dreifach- und Einfachsporthalle in Memmingen; Projektdokumentation
[3] Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, Monatswerte der Station Memmingen
[4] Homepage des Bayrischen Realschulnetzes (Aufruf vom 06.09.2010, 19:23 Uhr)

 

Projektpartner

Architektur Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig
Karsten Liebner, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Elektro- und
HLS - Planung
Brendel Ingenieure GmbH, Leipzig
Thorsten Rodeck, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Energiekonzept Fraunhofer-Institut f√ľr Bauphysik ‚Äď IBP, Stuttgart
Johann Rei√ü, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.

 

Links

Homepage der Schule: pfeil-rechts_blau www.starsmm.de

Homepage der Architekten: pfeil-rechts_blau www.schulz-und-schulz.com

Homepage des Deutschen Wetterdienstes: pfeil-rechts_blau www.dwd.de

Homepage des Bayrischen Realschulnetzes: pfeil-rechts_blau www.realschule.bayern.de

 

Abbildungsnachweis

Foto im Datenkopf, Ansicht West, Innenhof, Pausenhalle, Klassenraum, Sporthalle ‚Äď M√ľller-Naumann Fotodesigner, M√ľnchen

Modellfoto, Lageplan, Grundrisse der Schule EG und OG sowie der Sporthalle ‚Äď Schulz & Schulz Architekten GmbH, Leipzig

Foto Treppenraum ‚Äď Schulleiter Josef Herz (Homepage der Schule)

Foto D√§mmanschluss, Gasabsorptionsw√§rmepumpen, Raumregler, L√ľftungsanlage, Werkraum-Abluftanlage, Luftausl√§sse ‚Äď Fraunhofer IBP, Stuttgart

 

 

 

 
© 2013
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