Messdaten
pfeil-rechts_blauBiberach
pfeil-rechts_blauCottbus
pfeil-rechts_blauDetmold
pfeil-rechts_blauHalle
pfeil-rechts_blauHöhenkirchen
pfeil-rechts_blauHohen Neuendorf
pfeil-rechts_blauMarktoberdorf
pfeil-rechts_blauNeumarkt
pfeil-rechts_blauOlbersdorf
pfeil-rechts_blauOverbach
link_enob
link_schule
Nachhaltige Heizungssanierung durch Erfolgscontracting - naerco - am Gymnasium Marktoberdorf
demo-3l_marktoberdorf Adresse: M√ľhlsteig 23, 87616 Marktoberdorf
Bauherr: Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatsministerium f√ľr Unterricht und Kultus
Antragsteller: Bundesdeutscher Arbeitskreis f√ľr Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V.
Ansprechpartner: B.A.U.M. e.V.: Margit Fluch
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Daten und Fakten

 

Allgemeine Daten ansicht-hauptgebaeude
Blick zum Atriumbau des Gymnasiums
vor der Sanierung

Projektadresse Staatliches Gymnasium Marktoberdorf
M√ľhlsteig 23
87616 Marktoberdorf
Deutschland
Baujahr Atriumbau Erweiterungsbau Dreifachturnhalle
1962 1980 1981
Sanierung / Erweiterung 2011 - 2013
Anzahl der
Sch√ľler
1.061
Anzahl der
Klassenzimmer
130 Räume, davon 90 mit Hauptnutzung
Bruttogeschossfläche 14.293 m²
Beheizte
Nettogrundfläche
(EBF - Energie-
bezugsfläche)
Gesamt: 13.829 m²
Atriumbau Erweiterungsbau Dreifachturnhalle
8.910 m² 2.049 m² (Bestand)
918 m² (Neubau)
1.952 m²
Beheiztes
Gebäudevolumen
Atriumbau Erweiterungsbau Dreifachturnhalle
37.712 m³ 8.642 m³ (Bestand)
3.918 m³ (Neubau)
16.748 m³
A/V Atriumbau Erweiterungsbau Dreifachturnhalle
0,25 1/m 0,28 1/m (Bestand)
0,42 1/m (Neubau)
0,34 1/m

 

Projekt√ľbersicht

Bei der Sanierung dieser Schule soll ein neues Vergabeverfahren angewendet werden, bei dem die Einhaltung der thermischen Komfortwerte und Energiesparziele im Vordergrund stehen. Die Entwicklung und wissenschaftliche Begleitung dieses Vorhabens wird vom Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Technologie (BMWi) gef√∂rdert. Der Freistaat Bayern f√ľhrt die Sanierungsma√ünahme als Modellprojekt in Begleitung des Bundesforschungsprojektes durch. finanziert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium f√ľr Unterricht und Kultus in Verbindung mit Mitteln aus einem Sonderprogramm zur energetischen Sanierung staatlicher Geb√§ude.
Im Rahmen des Forschungsvorhabens ‚Äěnaerco‚Äú des Bundesdeutschen Arbeitskreises f√ľr Umweltbewusstes Management B.A.U.M. e.V. wird eine neue Form der Ausschreibung und Vergabe von Auftr√§gen zu Komponenten der Anlagentechnik (insbesondere der Heizungstechnik) entwickelt. Hintergrund daf√ľr ist die Tatsache, dass bei Sanierungen oftmals weniger Energieeinsparungen erreicht werden, als von der eingebauten Technik zu erwarten w√§re.
Die Verfasser des neuartigen Vergabe-Verfahrens, des sogenannten ‚ÄěErfolgscontractings‚Äú, sehen die Ursachen hierf√ľr in einem generellen Marktversagen bei Sanierungen der √∂ffentlichen Hand. So f√ľhren sie auf, dass in der bisherigen √∂ffentlichen Ausschreibungspraxis h√§ufig nur Einbau und Inbetriebnahme einer neuen Anlage im Vordergrund stehen. Qualitative Ziele und Ma√ünahmen zur dauerhaften Qualit√§tssicherung werden in den bisherigen Vergabeverfahren kaum thematisiert, da sie oft erst nach einer gewissen Betriebszeit erkennbar werden. Daraus ergibt sich, dass Anbieter technischer Anlagen alle Arbeitsabl√§ufe in Planung und Ausf√ľhrung weglassen, welche nicht unmittelbar bei der Abnahme bemerkt werden k√∂nnen, um ein m√∂glichst wirtschaftliches Angebot mit Aussicht auf Zuschlag abgeben zu k√∂nnen. Betroffen sind insbesondere systemische Leistungen der Planung, Regelung und Optimierung, also genau alle personalintensiven und damit kostentr√§chtigen Qualit√§tsmerkmale, durch welche erst das volle Potenzial der Technik erschlossen werden kann.
Belegt werden diese festgestellten Defizite durch Ergebnisse einer Umfrage der energie-AG in 2001 und 2003, bei welchen 60 % der sanierten Schulen angaben, in chronisch √ľberhitzten bzw. unterk√ľhlten R√§umen zu arbeiten und zwar weitgehend unabh√§ngig von der Art der eingebauten Technik (fest arretierte Thermostate, verstellbare Ventile, Einzelraumregelung).
Zur Behebung des zugrunde liegenden, strukturellen Mangels sieht das Modell des Erfolgscontractings nicht nur wie √ľblich die Ausschreibung und Installation der technischen Anlagen vor, sondern will insbesondere die Einhaltung von Energiesparzielen und Komfortwerten garantieren, indem der Hersteller der Anlagen als technischer Betriebsverantwortlicher langfristig in das Projekt eingebunden wird.
Dabei wird wie folgt vorgegangen: Auf Basis einer Bestandsanalyse aller Gebäude- und Anlagenteile entwickelt der Auftraggeber oder die Begleitforschung maximale Verbrauchs- und Komfortwerte. Diese umfassen die Bereiche
- Temperatur (20 ¬įC in den Aufenthaltsbereichen),
- Luftqualit√§t (CO2-Konzentration max. 500 ppm √ľber dem Wert der Au√üenluft),
- Beleuchtung (300 lx, bzw. 500 lx im Wandtafelbereich) und
- Geräuschentwicklung (bis max 35 dB(A)).
Der Contractor entwickelt aus diesen Daten ein Sanierungskonzept und gibt Garantien √ľber Einsparungen und Komfortrandbedingungen ab. Im Einzelnen verpflichtet sich der Auftragnehmer √ľber die gesamte Vertragslaufzeit von 10 bis 15 Jahren zu folgenden Leistungen:
- Planung, Finanzierung, Installation, Betrieb und Wartung von Heizungs-, L√ľftungs- und Beleuchtungsanlagen
- Planung, Finanzierung, Installation, Betrieb und fortlaufende Optimierung im Betrieb von Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR),
- Garantie von Komfortwerten f√ľr die Geb√§udenutzer und Einhaltung maximaler Verbrauchswerte fossiler Energietr√§ger und maximale Emisssionswerte.

Mittels Zahlung von regelm√§√üigen Verg√ľtungen kann eine erfolgsorientierte Betriebsf√ľhrung verwirklicht werden, indem K√ľrzungen der Verg√ľtung bei Nicht-Einhaltung und Gewinnbeteiligung bei √úber-Erf√ľllung der vereinbarten Ziele vorgenommen werden.
Nach Auffassung der Entwickler des Erfolgscontractings profitieren von dieser erfolgsorientierten Vertragsgestaltung beide Parteien: Der Auftraggeber, weil er die erwartete Qualität garantiert bekommt und der Auftragnehmer, weil ihm zur Erbringung qualitativer Leistung faire Wettbewerbsbedingungen am Markt gesichert werden.

Das Gymnasium Marktoberdorf wurde als Demonstrationsprojekt f√ľr das Erfolgscontracting ausgew√§hlt und die gesammelten Erfahrungen werden in einem Leitfaden zusammengestellt.

 

Lage

b02_lage_marktoberdorf
Standort der Schule in Deutschland
Breitengrad 47,78 ¬įN
L√§ngengrad 10,62 ¬įO
H√∂henlage 727 m √ľber NN
Mittlere Jahrestemperatur 7,8 ¬įC
Mittlere Wintertemperatur (Oktober - April) 2,8 ¬įC
Klima - Beschreibung Klimazone TRY 15,:
Garmisch-Partenkirchen

 

Gebäudetyp / Baujahr

Gebäudetyp Baujahr
vor 1910 1910-1930 1930-1950 1950-1970 1970-1990 nach 1990
Dorfschule
Mehrgeschossige
Schule
Mittelflur-Schule
Seitenflur-Schule
Pavillon-Schule
Hallen-Schule Atriumbau
Zentral-Schule
Kammform-Schule
Offenes-Konzept-Schule
Cluster-Schule
Sonstige

 

Zusätzliche Informationen

Literatur, Quellenangaben
[1] Georg-Simon-Ohm-Hochschule N√ľrnberg, Institut f√ľr Energie und Geb√§ude: Projekt√ľbersicht, Nachhaltige Heizungssanierung durch Erfolgscontracting
[2] Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes, Monatswerte der Station Kempten, www.dwd.de

 

Projektpartner

Projektsteuerung Bundesdeutscher Arbeitskreis f√ľr Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V., Bundesgesch√§ftsstelle Hamburg, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Projektleitung: Prof. Dr. Maximilian Gege
Architektur L√∂hle Neubauer Architekten, Augsburg, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Planung Georg-Simon-Ohm-Hochschule N√ľrnberg, Institut f√ľr Energie und Geb√§ude (ieg),
Prof. Dr.-Ing. Wolfram Stephan, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
Hochschule Ulm, Institut f√ľr Energie und Antriebstechnik, Steinbeis Transferzentrum Energietechnik,
Prof. Dr.-Ing. Gerhard Mengedoht, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! Sie m√ľssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen k√∂nnen.
F√∂rderprogramm Bundesministerium f√ľr Wirtschaft und Technologie: ‚ÄěEnergieoptimiertes Bauen, EnEff:Schule‚Äú

 

Links

Gymnasium Marktoberdorf: pfeil-rechts_blau www.gymnasium-marktoberdorf.de

EnSan Modellprojekte zur energieeffizienten Sanierung: pfeil-rechts_blau www.enob.info/de/forschungsfelder/ensan

Beschreibung des Erfolgscontractings: pfeil-rechts_blau www.naerco.de

Vorträge der Projektsteuerer und Energieplaner im Rahmen des Symposiums EnEff:Schule in Biberach a. d. Riß am 21.4.2009:
pfeil-rechts_blau http://www.eneff-schule.de/index.php/Veranstaltung/Veranstaltung-Allgemein/symposium-eneffschule-biberach-2009.html

 

Abbildungsnachweis

Fotos im Datenkopf, bestehender Erweiterungsbau ‚Äď HS N√ľrnberg, Institut f√ľr Energie und Geb√§ude

 

Fotos Hauptgeb√§ude von Nordost, Innenhofansicht Atriumbau, Turnhalle, Klassenraumbeleuchtung Bestand; Lagepl√§ne -Bestand und -Erweiterung; Schematische Darstellungen zur -Lage, -Anlagen und Energieversorgung; ‚Äď Fraunhofer-Institut f√ľr Bauphysik

 

Grundrisse -Bestand und Erweiterung, Schnitt- und Ansichtszeichnungen ‚Äď L√∂hle Neubauer Architekten

 

Fotos L√ľftungsanlagenaufbau, Luftverteilung im Klassenraum ‚Äď WISAG Anlagenbau

 

Ist-Analyse

 

Architektur

lageplan-bestand
Lageplan der Gesamtanlage vor der Sanierung

 



Das Gymnasium Marktoberdorf ist auf drei Gebäudeteile aufgeteilt: Das Hauptgebäude aus dem Jahr 1960 (Atriumbau), sowie der Erweiterungsbau und die Dreifachturnhalle von 1980.
In einem separaten Gebäude sind das Internat und die Mensa untergebracht.
grundriss-EG-bestand
Erdgeschossgrundriss des Bestands: Hauptgebäude und Erweiterungsbau

Der quadratische Atriumbau, das Hauptgeb√§ude des Gymnasiums Marktoberdorf, umfasst - mit dem Unter- und dem Dachgeschoss - insgesamt f√ľnf Geschosse. In seiner Mitte befindet sich ein als Pausenhof genutzter Innenhof. Die Dachkonstruktion des Hauptgeb√§udes ist eine ziegelgedeckte Satteldach-Holzkonstruktion.
√úber einen Verbindungsgang ist der sp√§ter entstandene Erweiterungsbau √∂stlich an den Atriumbau angeschlossen. Die Au√üenw√§nde der drei ineinander gef√ľgten Flachdach-Bauk√∂rper des Erweiterungsbaus sind aus Porenbeton.
hauptgebaeude-innenhof-bestand
Innenhofansicht des Atriumbaus
erweiterungsbau-bestand
Blick aus dem Hauptgebäude auf
die Baukörper des Erweiterungsbau

turnhalle
Die Westseite der Turnhalle

Auf das Flachdach des s√ľdlich des Hauptgeb√§udes gelegenen Dreifach-Turnhallen-Geb√§udes, das wie der Erweiterungsbau 1980/81 erstellt wurde, ist 2009 zur Unterst√ľtzung der Warmwasserbereitung eine Solaranlage installiert worden.
Die obere H√§lfte der Turnhallen-Au√üenwand wurde als Glasfassade ausgef√ľhrt.

Das Turnhallen-Gebäude wird allerdings nicht in die energetischen Sanierungsmaßnahmen miteinbezogen.

 

Bauteile

Die tragenden Au√üenw√§nde des Atriumbaus bestehen aus einem 36,5 cm starken Vollziegel-Mauerwerk. Die Holzrahmenfenster, die aufgrund ihres Alters betr√§chtliche Undichtigkeiten aufweisen, sind mit einer Zweifachverglasung ausgef√ľhrt. Die vier Geschossdecken und die Bodenplatte bestehen aus 20 cm starkem Stahlbeton mit einer Trittschalld√§mmung aus 4 cm Polystyrol und einem Estrichaufbau von 5 cm.
Die 33 cm dicken Au√üenw√§nde des Erweiterungsbaus sind in Porenbeton ausgef√ľhrt und weisen mit einem U-Wert von 0,77 W/m¬≤K im Vergleich zu dem Wert des Atriumbaus von 1,06 W/m¬≤K einen etwas besseren W√§rmeschutz aus. Auch in diesem Geb√§ude sind die Fenster zweifachverglast. Die Deckenaufbauten in den Geschossen sind identisch mit denen des Hauptgeb√§udes.

Zusammenstellung der U-Werte der Geb√§udeh√ľllfl√§chen vor der Sanierung
Bauteil U-Wert [W/m²K]
Hauptgebäude Erweiterungsbau (Bestand)
Außenwand 1,06 0,77
Außenwand gegen Erdreich 1,11 0,80
Fenster 2,7 2,7
Dach 0,36 0,36
Boden 0,77 0,77

 

Anlagentechnik
klassenraum-bestand
Typische Beleuchtungssituation eines Klassenzimmers
Die Heizwärme wird durch zwei mit Erdgas betriebene Heizkessel mit einer Nennleistung von 370 und 460 kW erzeugt.
Weder im Hauptgeb√§ude noch im Erweiterungsbau sind L√ľftungsanlagen vorhanden. Die Bel√ľftung der R√§ume erfolgt ausschlie√ülich √ľber die Fensterl√ľftung.
Die Klassenzimmer werden durch Leuchtstofflampen k√ľnstlich belichtet.

 

Energieverbrauch

Die hohen Transmissionsw√§rmeverluste der Au√üenw√§nde und Fensterfl√§chen f√ľhren zu einem gro√üen Heizenergieverbrauch.


Zusammenstellung der Energieverbrauchswerte vor der Sanierung
Gebäude Endenergie Primärenergie
[kWh/m²a] [kWh/m²a]
Hauptgebäude 77,9 90,1
Erweiterungsbau 120,6 135,3
Turnhalle 125,2 171,0

 

Schäden und Mängel


Die einzelnen Geb√§ude des Schulkomplexes weisen gro√üe W√§rmebr√ľcken in der √§u√üeren Geb√§udeh√ľlle auf. Die Anlagentechnik aus dem Jahr 1980 entspricht weder aktuellen Sicherheitsstandards noch den Anspr√ľchen an Komfort und Energieeffizienz und soll daher erneuert werden.

 

Konzept & Umsetzung

 

F√ľr die energetische Sanierung des Hauptgeb√§udes des Gymnasiums Marktoberdorf wird die Konzeption zur Erreichung des Energieeffizienz-Standards einer 3-Liter-Haus-Schule angestrebt.
Im Rahmen der Sanierung sollen die Verbesserung der Geb√§udeh√ľllen sowie die komplette Erneuerung der Anlagentechnik erfolgen.
Die Erzeugung der Heizw√§rme wird √ľber ein mit Biogas betriebenes BHKW, das die beiden veralteten Gasheizkessel ersetzt, bestritten werden. Der zus√§tzliche Anschluss an das √∂ffentliche Fernw√§rmenetz soll zur Abdeckung der Spitzenlastkurven dienen. Der Einsatz von zentralen und dezentralen L√ľftungsanlagen mit W√§rmer√ľckgewinnung soll des Weiteren die Heizw√§rmeversorgung unterst√ľtzen.
Zur Stromversorgung soll ebenfalls das BHKW wie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauptgeb√§udes beitragen. √úbersch√ľsse aus dieser Stromgewinnung sollen in das √∂ffentliche Netz eingespeist werden.

Der zus√§tzlich ben√∂tigte Raumbedarf der Schule soll durch die Erstellung einer Pausenhalle im Hof des Atriumbaus und eines Erweiterungs-Neubaus abgedeckt werden. Der Neubau wird direkt an den bestehenden Erweiterungsbau angebaut und √ľber einen Verbindungssteg an den Atriumbau angeschlossen. Das neue Geb√§ude soll, ebenso wie der bestehende Erweiterungsbau nach seiner Sanierung, den Passivhausstandard erf√ľllen.


Die Dreifachturnhalle ist von der baulichen Sanierung ausgeschlossen, dort soll lediglich die Anlagentechnik erneuert werden.

lageplan-ausbau
Lageplan der Gesamtanlage mit den geplanten Neubauten

 

 

Architektur


Im Untergeschoss des Atriumbaus sind die Nutzungen folgenderma√üen aufgeteilt: Im S√ľdfl√ľgel sind haupts√§chlich Klassenr√§ume und im Nordfl√ľgel √ľberwiegend Lagerr√§ume. Im West- und Ostfl√ľgel sind Werkr√§ume untergebracht.
Im bestehenden Erweiterungsbau befinden sich im Untergeschoss Klassenzimmer und Lagerräume.
Der neu entstehende Erweiterungsbau wird ohne Untergeschoss erstellt.

 

schnitt-atriumbau-ausbau
Schnitt durch das Hauptgebäude mit Sicht auf die neue Pausenhalle im Innenhof


Die neue Pausenhalle, die in der EG-Ebene im Innenhof des Hauptgeb√§udes direkt an das Geb√§ude anschlie√üen wird, bietet eine Aufenthaltsfl√§che von rund 360 m¬≤. Die Glasfassade √∂ffnet sich zum Innenhof und verkn√ľpft somit "Innen" und "Au√üen" zu einem attraktiven Raum.

 

grundriss-EG-ausbau
Erdgeschossgrundriss Bestand und Neuplanung


Auf der Nordseite des Hauptgeb√§udes sind die Sanit√§rr√§ume und Vorrats-/Abstellr√§ume untergebracht, w√§hrend sich an der West-, S√ľd- sowie Ostseite des Atriumbaus und im bisherigen Erweiterungsbau vorwiegend Unterrichtsr√§ume befinden.
Der neue Erweiterungsbau bietet Platz f√ľr Aufenthaltsr√§ume f√ľr Sch√ľler und Lehrer und eine Bibliothek.

 

ansicht-sueden-ausbau
Geplante Ansicht von S√ľden

 

Bauteile

 

Hauptgebäude
Die Au√üenw√§nde des Atriumbaus erhalten eine zus√§tzliche 25 cm starke D√§mmung der W√§rmeleitgruppe -WL - 035, so dass sich ein neuer U-Wert von 0,12 W/m¬≤K ergibt. Die Au√üenw√§nde gegen Erdreich erhalten ebenfalls eine D√§mmschicht von 25 cm, jedoch der WLG 040, das zu dem U-Wert von 0,14 W/m¬≤K f√ľhrt. Durch eine 30 cm dicke WLG 035-D√§mmung erzielt die oberste Geschossdecke einen U-Wert 0,11 W/m¬≤K. Alle Fenster werden ersetzt und mit einer Zweischeiben-W√§rmeschutzverglasung ausgestattet; ihr U-Wert betr√§gt 1,4 W/m¬≤K.

 

Erweiterungsbau-Bestand
Mit der Sanierung des bestehenden Erweiterungsbaus wird das Erreichen des Passivhaus-Standards angestrebt. Verwirklicht werden soll dies durch die Belegung der Außenwände mit einer 25 cm dicken Dämmschicht der WLG 035 wodurch sich auch hier wie im Atriumbau ein U-Wert von 0,12 W/m²K ergibt. Die Flachdächer der drei Baukörper werden mit 30 cm dicken PS-Extruderschaumplatten WLG 035 gedämmt. Die neuen Fenster entsprechen denen des Hauptgebäudes: 2-fach wärmeschutzverglast mit einem U-Wert von 1,4 W/m²K.

 

Erweiterungsbau-Neubau
Um mit dem bestehenden Erweiterungsbau eine Einheit zu schaffen, soll das neu zu errichtende Geb√§ude auch den Passivhausstandard erreichen. Die Stahlbeton-Au√üenw√§nde erhalten eine WLG 035-D√§mmung von 25 cm St√§rke. Die Bodenplatte des Neubaus wird auf der Unterseite durch eine 20 cm starke Schicht aus Schaumglas WLG 045 ged√§mmt und zur Verst√§rkung der D√§mmwirkung wird sie zus√§tzlich auf der Oberseite mit 12 cm PS-Platten WLG 035 belegt. Die D√§mmung des Daches erfolgt durch eine Auflage von 20 cm WLG 035-D√§mmplatten. Im neuen Geb√§ude werden die Fenster mit 3-Scheiben-W√§rmeschutzverglasung ausgef√ľhrt. diese Verglasung hat einen U-Wert von 0,8 W/m¬≤K.

 

Anlagentechnik

 

Wärmeversorgung
Zur Erzeugung der Heizw√§rme werden die beiden bestehenden Erdgas-Feuerungskessel durch ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk -BHKW- ersetzt. Zus√§tzlich wird durch den Anschluss an das Fernw√§rmenetz, ein System aus Biomasse-Kraft-W√§rme-Kopplung, die Abdeckung auftretender W√§rmebedarfs-Spitzen gew√§hrleistet. Unterst√ľtzt wird die W√§rmeversorgung durch die W√§rmer√ľckgewinnungsanlage in den L√ľftungssystemen, die einen W√§rmer√ľckgewinnungsgrad von ca. 85 % erzielen.
Die Heizanlage wird mit Systemtemperaturen von 60/40 ¬įC betrieben. Die komplette W√§rmeverteilung wie auch die Heizk√∂rper werden in den Geb√§uden erneuert. Die Temperatur der Raumluft wird durch Einzelraumregelung eingestellt.

 

heizanlagenschema
Schematische Darstellung der Wärmeversorgung

 

L√ľftung
Im Zuge der Sanierung wird die urspr√ľngliche Fensterl√ľftung durch die Installation zentraler und dezentraler L√ľftungsanlagen erg√§nzt. In den Klassenr√§umen kommen dezentrale L√∂sungen mit W√§rme- und Feuchter√ľckgewinnung mittels Rotationsw√§rmetauschern zum Einsatz. Die breiten Flure in der Schule lassen es zu, die eigentliche Anlage f√ľr den jeweiligen Raum auf der Flurseite direkt an die Wand zum Klassenraum unterzubringen. Lediglich in den Eckr√§umen muss die gesamte L√ľftungsanlage im Klassenraum selbst untergebracht werden. Schallged√§mmte Leitungen gew√§hrleisten, dass der Ger√§uschpegel der L√ľftungsanlage m√∂glichst gering gehalten wird.

 

aufbau-lueftungsanlage
Aufbau der L√ľftungsanlage im Flur
lueftungsgitter
Luftverteilungsanlage im Klassenraum


Die L√ľftungsanlagen laufen im Automatikbetrieb und werden raumweise durch Pr√§senzmelder, CO2-Messungen und Fensterkontakte im Klassenzimmer gesteuert. Durch das Betreten des Klassenzimmers schaltet sich die L√ľftungsanlage mit der minimalsten Stufe von 300 m¬≥/ h Luftumsatz ein. Mit steigendem CO2-Gehalt der Raumluft wird die Luftversorgung bis zum maximalen Auslegungswert erh√∂ht. Sobald die Fenster im Raum ge√∂ffnet werden schaltet die L√ľftungsanlage automatisch ab. Nach dem Verlassen des Raumes l√§uft die Anlage noch f√ľnf Minuten nach. Die Anlagen verf√ľgen √ľber eine Zuluftnacherw√§rmung die verhindern, dass die Lufttemperatur in den R√§umen durch zu kalte Zuluft abgesenkt wird.

Weitere R√§ume wie Musik- und Sanit√§rr√§ume sowie die neue Pausenhalle werden √ľber vier zentrale L√ľftungsanlagen mit Frischluft versorgt und die Fortluft √ľber Dach abgef√ľhrt. Auch diese zentralen Anlagen sind wie die dezentralen L√ľftungsanlagen mit Rotationsw√§rmetauschern ausgestattet. Die Steuerung erfolgt teilweise nach Pr√§senz oder √ľber Zeitschaltprogramme.

 

Beleuchtung
Die Klassenräume erhalten schalt- und dimmbare Lichtbandleuchten mit einer installierten Leistung von 10 W/m², gesteuert durch Präsenzmelder. In kleineren Räumen und in den Verkehrsflächen werden Leistungen von 5 W/m² zur Beleuchtungsversorgung angesetzt.
Die tageslichtabh√§ngig geregelten, au√üenliegenden Jalousien sind ohne die M√∂glichkeit zur Tageslichtlenkung ausgestattet. Unter Ber√ľcksichtigung des Sonnenschutzes ergibt sich ein Gesamtenergiedurchlassgrad von g = 0,09.

 

Energieversorgung


Das Geb√§ude bezieht f√ľr die Energieversorgung aus den √∂ffentlichen Netzen Fernw√§rme, Strom und Biogas.
Das hausinterne Blockheizkraftwerk dient nicht nur zur Versorgung mit W√§rme, sondern tr√§gt auch zur Stromversorgung bei, ebenso zwei PV-Anlagen auf dem Dach des Atriumbaus mit insgesamt 46 kWp Leistung. Der nicht f√ľr den Eigenverbrauch ben√∂tigte erzeugte Strom wird in das √∂ffentliche Stromnetz eingespeist.

 

energieversorgungsschema
Schematische Darstellung der Energieversorgung

 

Zusammenstellung der Energiebedarfswerte nach der Sanierung, berechnet gemäß DIN V 18599

Gebäude Energieanteil
Nutzenergie Endenergie Primärenergie
kWh/m²a kWh/m²a kWh/m²a kWh/a
Hauptgebäude und neue Pausenhalle
(NGF = 8.910 m²)
32,0 38,9 67,1 598.217
Erweiterungsbau - Bestand
(NGF = 2.049 m²)
32,3 42,7 78,6 161.072
Erweiterungsbau - Neubau
(NGF = 918 m²)
25,8 33,1 63,9 58.623

 

Auflistung des Prim√§renergiebedarfs f√ľr Heizung und Bel√ľftung sowie Angabe des mit der Photovoltaik-Anlage erzielten Prim√§renergieertrags

Energieanteil Primärenergie
Hauptgebäude Erweiterungsbau
Bestand
Erweiterungsbau
Neubau
Gesamt
kWh/a kWh/m²a kWh/a kWh/m²a kWh/a kWh/m²a kWh/a kWh/m²a
BEDARF
Heizung + Bel√ľftung
464.657 52,15 118.985 58,07 36.033 39,2 619.645 52,2
ERZEUGUNG
PV-Anlage
-125.590 -10,6
GESAMT 494.065 41,6

 

Kosten


Da sich die Sanierungs- und Neubauma√ünahmen derzeit in der Realisierungsphase befinden, liegen die endg√ľltigen Baukosten derzeit noch nicht vor.
In der Kostenberechnung belaufen sich die Gesamt-Nettokosten auf etwa 13,1 Mio. ‚ā¨ und die Gesamt-Bruttokosten
auf 15,6 Mio. ‚ā¨.

 

 

Kostenkalkulation f√ľr die Kostengruppen 300 und 400 - aufgelistet nach den einzelnen Bauk√∂rpern

Gebäude Kosten in EUR/m²NGF
KG 300 KG 400
Hauptgebäude, NGF = 8.689 m² 404 239
Neue Pausenhalle, NGF = 221 m² 2.045 1.368
Erweiterungsbau - Bestand, NGF = 2.049 m² 660 395
Erweiterungsbau - Neubau, NGF = 918 m² 1.272 385
Dreifach-Turnhalle, NGF = 1.952 m² --- 97

 

 

Befragung

 

 

Wie bewerteten Sch√ľler und Lehrer ihre Lernumwelt vor und nach der Sanierung?

Sch√ľler und Lehrermeinungen zum Raumklima fielen vor der Sanierung in einigen Komfortaspekten auseinander. Dies betraf die Bewertungen zur Raumtemperatur im Winter, im Sommer und vor allem die Wahrnehmung der L√§rmbel√§stigung. Die Sch√ľler f√ľhlten sich in st√§rkerem Ma√üe durch L√§rm beeintr√§chtigt als die Lehrer. Sie f√ľhlten sich insgesamt auch weniger wohl und das Geb√§ude gefiel ihnen nicht gut. Die Raumtemperaturen im Sommer und die Luftqualit√§t bewerteten sowohl die Lehrkr√§fte als auch die Sch√ľler eher negativ. Im Gegensatz zu den Lehrern bem√§ngelten die Sch√ľler tendenziell die Temperaturen im Winter. Vergleichsweise positiv wurden die Lichtverh√§ltnisse eingestuft. Nach der Sanierung bewerteten Sch√ľler wie Lehrerkr√§fte den thermischen Komfort sehr √§hnlich. Insbesondere die Raumtemperaturen haben sich nach Meinung der Nutzer nicht verbessert. Auch die Luftqualit√§t wurde weiterhin bem√§ngelt; die Sch√ľler geben hierzu eine schlechtere Bewertung ab als vor der Sanierung. Der Sonnen- und Blendschutz wurde von den Lehrkr√§ften nach der Sanierung besser bewertet. Die Beurteilung des Geb√§udes und des Wohlf√ľhlens fiel nach der Sanierung weiterhin m√§√üig aus; die Lehrkr√§fte gaben hierzu sogar negativere Bewertungen ab als vor der Sanierung.

 

befragung-irees

Beurteilung der Lernumwelt im Vorher-Nachher-Vergleich

 

 

Einbindung des Themas Energie in den Unterricht

Das Thema "Energie" hat am Gymnasium Marktoberdorf einen festen Platz. Die neuen F√ľnftkl√§ssler werden gleich zu Beginn des Schuljahres in Regeln wie "Licht aus!" eingewiesen. So gab es bisher am Gymnasium Marktoberdorf unterschiedliche Energieeinspar-Aktivit√§ten. Fast alle Lehrkr√§fte gaben an, dass in den Klassen Energiebeauftragte gew√§hlt werden. Bei den Energieeinspar-Aktivit√§ten handelte es sich vor allem um konkrete Ma√ünahmen wie "Fenster zu! ‚Äď Licht aus!"-Kampagnen. Auch Energie-Checks und Messungen wurden von 69% der Lehrkr√§fte in der Erstbefragung und von 78% der Lehrkr√§fte in der Zweitbefragung genannt. Informationen zum Thema "Energiesparen" nannten 60% bzw. 63% der Lehrenden. 29% der Lehrkr√§fte gaben in der Erstbefragung an, dass Projekttage zum Thema "Energie" oder "Energiesparen" angeboten wurden. In der Zweitbefragung gaben dies 42% der Lehrkr√§fte an.

 

Das Pilotprojekt Naerco: Erfolgscontracting zur Sicherheit der Nachhaltigkeit

An der Schule ist das Pilotprojekt Naerco angesiedelt. Hierbei geht es um einen Vertrag zwischen der Schule und einem Contractor, der den Betrieb mit Bedienung, √úberwachung und Instandsetzung f√ľr die Dauer von 15 Jahren √ľbernimmt. Dabei garantiert der Contractor den Erfolg, d.h. die einwandfreie Funktion der Anlagen, die Einhaltung der definierten Raumtemperaturen und Behaglichkeitskriterien sowie die Einhaltung der zugesicherten maximalen j√§hrlichen Energieverbr√§uche f√ľr Fernw√§rme, Bio-Erdgas und Strom. Sch√ľlerinnen und Sch√ľler sind in diesen Prozess in Form des Arbeitskreises Energie eingebunden. Mit Unterst√ľtzung von Energie-Coaches in den Klassen √ľbermittelt der Arbeitskreis St√∂rungen und Beschwerden an die Contractor-Firma.

 

 

Stand:

Erstbefragung Gruppendiskussion Zweitbefragung
befragung diskussion befragung
haken haken haken

 

[‚ąö = abgeschlossen]

 

 

Zum Download bereit gestellt:

 

Ergebnisdarstellung der Sozialwissenschaftlichen Begleitforschung

pdf_punkt PDF-Datei, 707 KB

 

 

Näheres siehe unter

pfeil-rechts_blau www.naerco.de

pfeil-rechts_blau www.gymnasium-marktoberdorf.de/?id=542

 

 

 

 

 

 
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